Psychologische Beratung und Workshops für die Unter- und Oberstufe.
Mentale Balance im Schulalltag fördern! Wie das BG/BRG Frauengasse neue Maßstäbe setzt.
Psychische Gesundheit ist längst mehr als ein Schlagwort – am BG/BRG Frauengasse in Baden ist sie gelebter Schulalltag. Seit 2020 verfolgt das Gymnasium ein innovatives Schulprojekt, welches das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler konsequent in den Mittelpunkt stellt – nachhaltig, professionell und mit spürbarer Wirkung.
Was heute als Vorzeigeprojekt in Baden gilt, begann vor sechs Jahren mit einer klaren Vision: Schule soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch innere Stärke und psychische Gesundheit fördern. Engagierte Lehrkräfte, die Schulleitung, der Elternverein und der Kiwanis Club Baden unterstützten das Projekt „Psychologische Gesundheitsförderung in der Schule“ von Mag.a Barbara Schöbl. Seit über 6 Jahren ist die mentale Gesundheit strukturell im Schulalltag verankert und wird seit September 2025 vom Kiwanis Club Baden tatkräftig gefördert und unterstützt.
In enger Zusammenarbeit mit der Klinischen- und Gesundheitspsychologin Mag.a Schöbl setzt die Schule ein starkes Zeichen gegen das Tabuthema psychische Erkrankungen bei Jugendlichen. Ziel ist es, Resilienz frühzeitig aufzubauen, Bewusstsein zu schaffen und jungen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, um mit Herausforderungen selbstbewusst und gesund umzugehen.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Mentale Balance ist lernbar – und Schule kann ein Ort sein, an dem junge Menschen nicht nur akademisch, sondern auch persönlich wachsen.
Hilfe, wenn sie gebraucht wird – direkt vor Ort in der Schule
Das Herzstück des Projekts ist die psychologische Beratung unmittelbar am Schulstandort – niederschwellig, vertraulich und ohne lange Wartezeiten. Schülerinnen und Schüler der Unter- und Oberstufe können während der Unterrichtszeit oder im Anschluss daran professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen – direkt in ihrer gewohnten Umgebung.
Dieses Angebot schafft einen geschützten Raum, in dem Sorgen ernst genommen und Herausforderungen offen angesprochen werden können. Gerade in belastenden Phasen ist schnelle Hilfe entscheidend: Psychische Krisen sollen frühzeitig erkannt und abgefedert werden, bevor sie sich verfestigen. So wird Schule nicht nur zum Lernort, sondern auch zum sicheren Ankerpunkt im Alltag. Das Ziel ist klar: Resilienz stärken, Orientierung geben und jungen Menschen zeigen, dass sie mit ihren Themen nicht allein sind.
Aufklären, stärken, vorbeugen
Neben der individuellen Beratung setzt Mag.a Schöbl konsequent auf Prävention und Bewusstseinsbildung. Mit interaktiven Workshops in den Klassen sowie speziellen Formaten wie „Mental gestärkt zur Matura!“, „Selbstmanagement und Teambuilding“ oder „Gewaltfreie Kommunikation“ werden wichtige Kompetenzen vermittelt, die weit über den Unterricht hinauswirken.
Im Fokus stehen dabei zentrale Themen der psychischen Gesundheit:
- Entstigmatisierung: Offen über Ängste, Depressionen und Leistungsdruck sprechen – ohne Tabus, ohne Vorurteile.
- Stärkung der Klassengemeinschaft: Ein positives soziales Klima fördern, in dem sich jede und jeder sicher und angenommen fühlt.
- Früherkennung: Sensibilität für Anzeichen psychischer Belastungen bei sich selbst und anderen entwickeln.
So entsteht Schritt für Schritt eine Schulkultur, in der mentale Gesundheit selbstverständlich dazugehört – als Basis für Lernerfolg, persönliche Entwicklung und ein respektvolles Miteinander.

Ein starkes Netzwerk für starke Jugendliche
Hinter dem Projekt steht ein engagiertes Netzwerk, das zeigt, wie wirksam Zusammenarbeit sein kann: Schulleitung, Lehrkräfte, Elternverein, Schulärztin, KIT-Team, die Peers der Schule sowie lokale Unterstützer wie der Kiwanis Club Baden ziehen an einem Strang. Gemeinsam schaffen sie ein stabiles Fundament, auf dem junge Menschen wachsen können.
Dieses Miteinander macht deutlich: Psychische Gesundheit ist keine Einzelinitiative, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe. Am Gymnasium in der Frauengasse ist sie fest im Schulalltag verankert – getragen von Verantwortung, Achtsamkeit und gelebtem Engagement.
Denn die Förderung der psychischen Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist weit mehr als ein Zusatzangebot. Sie ist eine zentrale Grundlage für ein gesundes, selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben.
Interview mit der Psychologin
Frau Mag.a Barbara Schöbl, Sie arbeiten als Klinische Psychologin am Gymnasium. Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Als Psychologin in der Schule verstehe ich mich als verbindende Instanz im System Schule. Ich begleite Schüler:innen in herausfordernden Lebensphasen, unterstütze Eltern in Erziehungsfragen und berate Lehrkräfte bei psychosozialen Fragestellungen.
Mein Schwerpunkt liegt dabei klar auf Prävention: frühzeitig hinschauen, zuhören und handeln, bevor sich Belastungen verfestigen. Schule ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein wertvoller Lebensraum – und genau dort setze ich an.
Was macht Ihren Beruf für Sie persönlich besonders?
Die Arbeit mit jungen Menschen ist für mich zutiefst sinnstiftend. Jugendliche befinden sich in einer sensiblen Phase zwischen Kindheit und Erwachsenwerden – voller Fragen, Unsicherheiten, aber auch Potenzial.
Sie in ihrer Entwicklung zu stärken, ihre Ressourcen sichtbar zu machen und sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden, ist für mich das Schönste an meinem Beruf. Jeder Tag ist anders, jede Begegnung einzigartig – und genau das macht meine Arbeit so lebendig.
Wer profitiert von den Schulprojekt im BG/BRG Frauengasse?
Insbesondere Schüler:innen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren. In dieser sensiblen Entwicklungsphase können belastende Lebenssituationen, schulischer Leistungsdruck oder soziale Konflikte schnell zu einer ernsthaften psychischen Krise führen.
Umso wichtiger ist es, frühzeitig ein niederschwelliges und vertrauliches Gesprächsangebot bereitzustellen. Die unmittelbare Präsenz vor Ort ermöglicht es, Herausforderungen rasch zu erkennen und gemeinsam wirksame Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Unser Projekt schafft einen geschützten Raum, in dem junge Menschen Unterstützung erfahren, bevor Belastungen sich verfestigen – präventiv, professionell und auf Augenhöhe.
Welche besonderen Herausforderungen haben die Schüler:innen?
Viele Jugendliche stehen heute unter einem enormen inneren Druck – oft ohne, dass es im Schulalltag sofort sichtbar wird. Hinter guten Noten oder stiller Anpassung verbergen sich nicht selten Erschöpfung, Selbstzweifel und tiefe Verunsicherung.
- Depressive Symptome und Ängste
Traurigkeit, Rückzug, Schlafprobleme oder das Gefühl innerer Leere gehören für viele Jugendliche inzwischen zum Alltag. Was nach außen wie „schlechte Laune“ wirkt, ist oft ein ernstzunehmendes seelisches Thema. - Leistungsdruck und Perfektionismus streben, permanente Selbstoptimierung
Der Anspruch, ständig funktionieren zu müssen – gute Noten, soziales Engagement, klare Zukunftspläne – erzeugt eine Daueranspannung. Viele Jugendliche haben Angst zu scheitern oder nicht zu genügen. Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und emotionale Überforderung sind die Folge. - Social Media und das Gefühl, nicht gut genug zu sein
Soziale Medien verstärken den Vergleich mit scheinbar perfekten Leben. Gefilterte Körper, inszenierte Erfolge und permanente Bewertung setzen junge Menschen massiv unter Druck. Besonders das Körperbild leidet – Essstörungen und Selbstwertprobleme nehmen zu. Gleichzeitig zeigt sich: Weniger Bildschirmzeiten fördern mehr innere Ruhe und die Kreativität. - Zukunftsängste und Sinnfragen
Gesellschaftliche Unsicherheiten und Leistungsanforderungen lassen viele Jugendliche an ihrer Zukunft zweifeln. Manche stellen sich existenzielle Fragen: Hat das alles einen Sinn? Werde ich bestehen? Bin ich Gut genug? Diese Gedanken können schwer belasten – vor allem, wenn darüber nicht gesprochen wird. - Soziale Isolation und Mobbing
Ausgrenzung geschieht heute nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch digital – rund um die Uhr. Cybermobbing kennt keinen Pausenknopf. Für Betroffene bedeutet das oft ein Gefühl ständiger Bedrohung und Einsamkeit. Hilfe suchen und darüber reden hilft!

Was wünschen Sie sich als Psychologin für die Zukunft?
Ich wünsche mir Rahmenbedingungen, die Kindern und Jugendlichen ein gesundes, stabiles und glückliches Aufwachsen ermöglichen – emotional, sozial und geistig.
Schule darf nicht nur ein Ort der Leistungsbewertung sein, sondern soll ein sicherer Lebensraum bleiben, in dem junge Menschen sich entwickeln dürfen, Fehler machen können und sich getragen fühlen. Sicherheit, Beziehung und psychische Gesundheit sollten denselben Stellenwert haben wie Noten und Prüfungen.
Ein wichtiger Schritt wäre für mich die Einführung eines eigenen Schulfachs „Gesundheitsförderung“ an Gymnasien – ein Raum, in dem Themen wie psychische Gesundheit, Resilienz, Stressbewältigung, Medienkompetenz und Selbstwert selbstverständlich und professionell behandelt werden. Prävention darf kein Randthema sein.
Und darüber hinaus wünsche ich mir Orte der Begegnung: ein Schüler:innen-Kulturcafé als lebendigen Treffpunkt mitten in der Stadt Baden. Einen Raum für Austausch, Kreativität, Diskussion, Musik und Gemeinschaft – einen Ort, an dem junge Menschen spüren: Wir gehören hierher und halten zusammen!
Denn wenn wir wollen, dass Jugendliche stark durchs Leben gehen, ist es wichtig, ihnen Räume geben, in denen sie gesund wachsen können!
Welches Angebot können sie Eltern empfehlen, die sich privat keine Therapie leisten können?
Wenn Familien aus finanziellen Gründen keine private Therapie in Anspruch nehmen können, gibt es dennoch wichtige und niederschwellige Unterstützungsangebote.
Für betroffene Kinder und Jugendliche bietet das österreichweite Projekt „Gesund aus der Krise“ kostenlose Klinisch-psychologische Behandlung sowie Psychotherapie an – regional organisiert über den BÖP und unbürokratisch zugänglich.
Gerade in belastenden Lebensphasen von Jugendlichen ist es entscheidend, dass Unterstützung nicht am finanziellen Rahmen scheitert. Der Kiwanis Club Baden ermöglicht es uns weiterhin, rasche professionelle psychologische Hilfe und Gesundheitsförderung für junge Menschen am Schulstandort anzubieten.
Infos: https://frauengasse.eu/berichte/die-kiwanis-baden-unterstuetzen-unser-schulprojekt/
Wichtig ist: Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen, ist ein Zeichen von Stärke, Verantwortung und Selbstfürsorge!
Herzliche Grüße
Barbara Schöbl